Tipps zur Verarbeitung von lösemittelhaltigen Siebdruckklebstoffen

Bei der Verarbeitung im Siebdruckverfahren kann durch die optimale Einstellung der Siebdruckanlage das Druckergebnis verbessert werden. Auftretende Blasenbildung läßt sich dadurch weitestgehend vermeiden.

Generell sollte bei lösemittelhaltigen Klebstoffen nur mit mittlerer Flut- und Druckgeschwindigkeit gearbeitet werden.

 

Druckrakel mit Shore A – Härte von ca. 75 und leicht gerundeten Kanten sind zu empfehlen; der Anstellwinkel sollte eher flach sein.

 

Bei kurzen Druckpausen sollte die Druckform nur in leer gedrucktem Zustand ruhen. Nach 3-4 Makulaturdrucken kann danach die Arbeit wieder aufgenommen werden.

 

Bei längeren Druckpausen (>30 min.) muss der eingedickte Klebstoff aus der Druckform verworfen werden und die offene Siebfläche gründlich mit Lösemittel gesäubert werden.

 

Der Klebstoff sollte unverdünnt verarbeitet werden. Eine Verdünnung von max. 10% ist möglich.

 

Nicht zu viel Klebstoff auf das Drucksieb aufgeben. Wird der Klebstoff zu lange auf dem Sieb hin und her gerakelt, verdunstet das Lösemittel und der Klebstoff wird dickflüssiger. Die Folge ist eine Viskositätserhöhung mit schlechtem Druckbild, Blasenbildung und angetrockneten Stellen im Siebgewebe.

 

Durch gelegentliches Übersprühen der Siebfläche mit geeignetem Lösemittel kann der Verdunstungsverlust ausgeglichen werden.

 

Die Trocknung erfolgt durch Lagerung bei Raumtemperatur in der Horde oder bei industrieller Fertigung im Durchlauftrockner. Die Trockenzeit richtet sich nach der aufgetragenen Klebstoffmenge, der Art des Trägermaterials, der Trocknungstemperatur und der Luftführung.

 

Eine zu schnelle Trocknung bei erhöhter Temperatur sollte vermieden werden. Der in der Rezeptur enthaltene Entschäumer benötigt Zeit um wirken zu können. Werden die Drucke sofort in den Trockenschrank, bzw. Trockenkanal gebracht, kann der Entschäumer nicht wirken und Luftblasen können nicht vollständig aufgehen.

 

Nur vollständig abgelüftete Klebstofffilme ergeben höchste Klebwerte. Zur Weiterbehandlung muss der aufgetragene Klebstoff vollständig durchgetrocknet sein, erst danach kann mit Silikonpapier oder -folie abgedeckt werden. Hierbei empfiehlt sich ein blasenfreies Laminieren des Abdeckmaterials.

 

Formentrennmittel, die z.B. auf Spritzgußteilen verbleiben, sind ungünstig für eine gute Benetzung des Klebstoffes. Es empfiehlt sich ein Abwaschen mit Benzin oder Alkohol.

 

Bei einigen Druckfarben kommt es beim Überdrucken mit Klebstoffen zu Oberflächenstörungen, die als „Fischaugen“ bezeichnet werden. Je nach Klebstofftype kann dieser Effekt durch die Zugabe von Additiven aus dem KIWOMIX-Sortiment behoben werden.

 

Gute Klebwerte werden nur bei ausreichender Schichtdicke des Klebstoffes erzielt. Überall da, wo Siebdruckklebstoffe als Ersatz für doppelseitiges Klebeband verwendet werden, empfiehlt sich der Einsatz eines 21-140 (T) Gewebes, da dadurch eine Klebstoffschichtdicke von ca. 45 μm trocken erreicht wird.

 

Weitere Einzelheiten zu den verwendeten Klebstoffen sind der jeweiligen Technischen Information zu entnehmen.

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