Oberflächenveredelung durch Beflockung

 

Ein beflockter Gegenstand überrascht uns zunächst durch seine Haptik und Oberfläche, und dabei handelt es sich um eine Veredelungstechnik, die nicht nur sehr alt ist, sondern sie begegnet uns auch heute noch fast täglich in den verschiedensten Formen.

 

In Asien wurden bereits vor vielen hundert Jahren mit Harz natürliche Fasern auf Stoffe geklebt. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit das heutige elektrostatische Beflockungsverfahren.

 

So unkonventionell die Technik zunächst erscheint, Flock ist überall: Zur Verbesserung der Haptik, mit der positiven Eigenschaft von Geräuschdämmung, dem Toleranzausgleich oder der Thermoisolierung, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle diese Eigenschaften können auf den unterschiedlichen Untergründen angewendet werden, so etwa Textilien, Kunststoffe, Metalle, Glas, Holz, Folien und Papier.

 

 

Technologie

Als Flockfaser bezeichnet man kurze, geschnittene Monofilamente aus Polyester, Polyamid und Viskose. Bei der elektrostatischen Beflockung werden Millionen dieser kurzgeschnittenen Fasern in einem elektrischen Feld in ein mit Klebstoff beschichtetes Substrat eingeschossen. Die im elektromagnetischen Feld aufgebauten Feldlinien richten die Faser mehr oder weniger senkrecht aus und ergeben so eine gleichmäßige textilartige Oberfläche.

 

Durch den - je nach Einsatzgebiet - ausgewählten Klebstoff sind Beflockungen hoch strapazierfähig und sehr abriebsbeständig.

 

Flockfasern gibt es in unterschiedlichen Längen und Dicken, die in mm und den sogn.  dtex-Wert festgelegt werden. Vereinfacht kann man sagen, dass, je länger und dünner die Faser, desto weicher die Oberfläche, je kürzer und dicker, desto bürstenartiger. So können über die Auswahl der Flockfaser in Länge und Dicke bereits erste optische und haptische Effekte erzielt werden.

 

Generell unterscheidet man die vollflächige von der partiellen Beflockung.

Bei der sogn. vollflächigen Beflockung wird das Substrat vollflächig mit Klebstoff belegt und mittels automatischer Flockeinheiten über die gesamte Fläche einheitlich beflockt. So entstehen z.B. hoch qualitative, strapazierfähige Polsterstoffe.

 

Für die partielle Beflockung kann man mit einem Maskierverfahren arbeiten, wobei dies i.d.R. aufwändig und schwierig ist und deshalb nur für Einzelstücke wirtschaftlich erscheint.

 

Für größere Stückzahlen bietet der Siebdruck hier den Vorteil, dass sowohl auf flachen Substraten als auch dreidimensionalen Teilen partiell Klebstoff aufgedruckt werden kann und somit einzigartige Designs entstehen können.

 

 

Klebstoffe

Hier stehen den Veredlern verschiedene  Systeme, wie z.B. lösemittelbasierende, wasser-basierende, Ein- und Zweikomponenten-Klebstoffe zur Verfügung. Je nach Substratbeschaffenheit und Anforderung müssen diese Klebstoffe hinsichtlich ihrer Verwendung ausgewählt werden.

 

 

Maschinentechnik

Der Markt bietet von verschiedenen Herstellern von einfachen Handbeflockungsgeräten, welche sich für kleinere und mittlere Auflagen eignen, bis hin zu Modulen, die in vollautomatische Anlagen integriert werden können, die optimale Lösung je nach Vorgabe der Kundenanforderung. Somit können auch hohe Auflagen wirtschaftlich und preiswert hergestellt werden.

 

 

Design

Bei der partiellen Beflockung gibt es, bedingt durch die eingesetzte Gewebefeinheit der Klebstoffsiebe, Einschränkungen in der Gestaltung. Die notwendigen groben Siebgewebe erlauben nur bedingte Detailfeinheiten. Des Weiteren sind die Fasern in Bezug auf Länge und Faserdicke letztlich ausschlaggebend für die Konturenschärfe und somit für die Designauswahl.

 

So sind feine Raster und sehr dünne Linien kaum zu realisieren; ebenso wird bei kleinen Schriftgrößen das Ergebnis eher mäßig ausfallen. Dennoch birgt die Veredelung durch Beflockung ein weites kreatives Feld, um einzigartige Effekte zu erzielen.

 

In den letzten Jahren ist die Beflockung von Papier, Pappe, Verpackungsmittel usw. stark angestiegen. So werden z.B. Bucheinbände, Covers, Grußkarten, Einladungs- und Geschenkkarten im großen Stile bedruckt und mittels Beflockung veredelt.

 

Es stellt sich in vielen Fällen nicht die Frage, Druck oder Flock, sondern vielmehr sind hier kreative Ideen in der Kombination gefragt. So kann ein bereits bedrucktes Substrat durch eine zusätzliche Beflockung erheblich aufgewertet werden. Dies wird bei der Beflockung von hochwertigen Tapeten jetzt wieder verstärkt aufgegriffen.

 

Auch auf eine bereits beflockte Fläche kann im Siebdruck wieder gedruckt oder auch eine Prägung aufgebracht werden. Ebenso hält die Beflockung auf dreidimensionalen Teilen weiter Einzug. Die meisten kennen den beflockten Handschuhkasten im Auto und das innen beflockte Brillenetui. Zwischenzeitlich gibt es Glas- und Porzellanware, welche im Siebdruck bedruckt und anschließend beflockt wird. Mit dieser speziellen Klebstoffentwicklung ist es heute sogar möglich, spülmaschinenfeste Beflockungen auf Glas oder Porzellan herzustellen.

 

Auch Geschenkboxen aus Holz oder Metall können mittels Siebdruck mit Klebstoff bedruckt und anschließend beflockt werden.

 

Die Beflockung ist ein Verfahren, das sowohl im Einzelstückproduktion als auch in der industriellen Fertigung eingesetzt wird.

 

Beflockte Oberflächen überraschen uns, sie sprechen unsere Sinne an und sind im Zusammenspiel mit anderen Veredelungsverfahren eine Ergänzung. Beflockungen beeindrucken, sind eine Spielwiese für kreative Siebdrucker.

 

Für noch offene Fragen rund um die Beflockungstechnik stehen wir gerne zur Verfügung, fragen Sie uns ruhig, gerne helfen wir Ihnen weiter: adhesive(at)kiwo.de

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